• Die Aktion Weihnachtspäckli im Seeland
  • Die Zielländer
  • Maxim mit Mutter und Schwestern in Moldawien
  • Kristina in Moldawien
  • Nadja und Efim in Moldawien

Dein Weihnachtspäckli bringt Hoffnung nach Osteuropa

Letztes Jahr waren es rund 760 Weihnachtspäckli aus Kerzers, Gurbrü, Müntschemier und Ins, die nach Osteuropa gingen. In Kerzers organisiert des Evangelische Gemeinschaftswerk wiederum mit der reformierten Kirchgemeinde die Sammlung vom 15. bis 17. November. In Müntschemier sammeln wir am 16. November.

Hunderte Kirchen, Schulen und Vereine, sowie Tausende Einzelpersonen und Familien beteiligen sich an der Aktion Weihnachtspäckli. Sie stellen jedes Jahr im November rund 100‘000 Pakete zusammen. Mit den Päckli werden gezielt bedürftige Menschen in Osteuropa beschenkt. Vier christliche Hilfswerke verantworten die schweizweite Sammlung und Verteilung der Geschenke. In Kerzers werden beim Coop und Spar einzelne Artikel für die Päckli oder gleich ganze Päckli zu folgenden Zeiten entgegengenommen: Freitag, 16. November von 16 bis 19 Uhr und am Samstag, 17. November von 8 bis 12 Uhr. Am Donnerstag, 15. November ist von 16 bis 18 Uhr die Materialabgabe auch bei der Kreuzgasse 8 möglich (gegen einen Kaffee …). Alles Material wird bei der Familie Pfister an der Vorderen Gasse 27 zu Weihnachtspäckli verarbeitet.

In Müntschemier sammeln wir beim Vereinshaus am Freitag, 16. November von 16 bis 18 Uhr.

Die ausführliche Inhaltsliste steht auf dem Flyer zur „Aktion Weihnachtspäckli“ und unter www.weihnachtspäckli.ch. Wir laden alle ein, beim Sammeln und Verpacken mitzuhelfen. Melde dich bitte bei Regula Rohrer für Kerzers (Tel. 032 313 35 11, regula.rohrer [at] egw-kerzers.ch (subject: Aktion%20Weihnachtsp%C3%A4ckli) ) oder bei Dori Löffel-Wasserfallen (Tel. 032 313 14 53) für Müntschemier.

 

Erlebnisse bei der Päckliverteilung in Moldawien

Grosses Staunen

Kristina (14) und Viktor (7) sind allein zuhause, als das Päckli-Team zu Besuch kommt. Ihre Eltern sind am Brennholz sammeln, damit sie ihr kleines, altes Häuschen am Stadtrand heizen können. Kristina erzählt: „Mein Vater arbeitet im Wald und muss dafür sorgen, dass niemand Äste stiehlt, aber für unsere Familie erhält er nie Holz. Meine Mutter arbeitet als Putzfrau in einer Schule. Zusammen verdienen sie rund 180 Franken im Monat, das reicht kaum für Lebensmittel, Kleidung, Wasser, Strom und unser Schulmaterial. Gut, dass wir einige Hühner haben, ohne sie würden wir vielleicht hungern.“ Und der kleine Viktor ergänzt: „Wir essen einfach das, was Mama und Papa kaufen können. Für Süssigkeiten bleibt nie Geld übrig, aber wir nehmen ihnen das nicht übel.“

Als die beiden die Weihnachtspäckli sehen, beginnen ihre Augen zu leuchten. Viktor hopst auf dem Sofa auf und ab und klatscht in die Hände. Er kann kaum glauben, wie schwer sein Päckli ist und beginnt es sofort auszupacken. Dazu plaudert er glücklich: „Das ist das erste Mal, dass Kristina und ich ein Weihnachtsgeschenk bekommen! Unsere Eltern haben kein Geld für sowas. Ich spiele sehr gern Fussball und das erste, was ich hier auspacke, sind Handschuhe. Im Winter geben sie mir warm und in der Schule kann ich sie als Torwarthandschuhe benutzen. Die Puzzles werde ich zusammen mit meinen Schulfreunden in den Pausen zusammensetzen.“

Kristina öffnet ihr Päckli sorgfältig, um das Papier nicht zu zerreissen, sie will es später zum Basteln benutzen. Als sie alles ausgebreitet hat, fragt sie erstaunt: „Wussten die Menschen, die diese Päckli gepackt haben, dass Viktor gern Fussball spielt und wer ich bin? Es ist, als ob ihnen jemand gesagt hätte, was sie für uns einpacken sollen. Die gestrickte Mütze und der Schal freuen mich besonders sowie die Seife und das Shampoo für meine langen Haare. Danke für all die schönen und teuren Sachen, unsere Eltern werden gehörig staunen, wenn sie nach Hause kommen!“

 

Grosse Überraschung

Der 89-jährige Efim betritt das kühle Häuschen mit einigen Scheiten Holz im Arm. Er deutet dem Besuch mit der Hand zu warten und holt aus einem alten Schränkchen ein ebenso altes Hörgerät. Als es montiert ist, lächelt er und meint zum Päckli-Verantwortlichen: „Sag jetzt, mein Junge, was du sagen willst.“ Staunend erfährt Efim den Grund des Besuches. Seine Frau Nadja, die zwei Jahre jünger ist, meint: „Wir können uns nicht daran erinnern, dass uns jemals zu Weihnachten jemand besucht und dazu noch so ein Weihnachtsgeschenk gebracht hätte! Das ist das erste Mal in unserem langen Leben!“

Nadja hört noch gut aber sieht fast nichts mehr. „So ergänzen wir einander“, seufzt sie. Beide erzählen von früher, als sie jung und kräftig waren, von ihren Arbeitsstellen und ihrem Sohn, der auch schon im Rentenalter ist. Warum ihre Renten kaum zum Überleben reichen, können sie nicht verstehen. Sie haben nicht einmal genug Geld, um Brennholz zu kaufen, „deshalb sammeln wir überall Brennbares, um wenigstens im Haus nicht zu erfrieren“, erklärt Efim und fügt an: „Wir bereiten uns zum Übergang in die Ewigkeit vor.“

Nadja staunt über die Geschenke: „Wir freuen uns sehr über den Besuch, es ist für uns Betagte sehr wertvoll, wenn uns jemand zuhört. Und noch mehr freuen wir uns natürlich über die Weihnachtspäckli. Da hat es ja Schokolade drin, so etwas habe ich seit einem Dutzend Jahren nicht mehr gegessen! Wobei ich nicht weiss, wie ich sie essen werde, da ich ja keine Zähne mehr habe“, lacht sie und fährt fort: „Was mich am meisten freut, sind Mehl, Zucker, Reis und Teigwaren. Diese Grundnahrungsmittel reichen für uns Alte sicher für zwei Monate, das ist ein sehr wertvolles und teures Geschenk! Wir werden auch unserem Sohn etwas weitergeben. Und weil wir Geld für Lebensmittel sparen, können wir einige unserer Schulden für Wasser und Strom bezahlen … Die Menschen aus der Schweiz teilen ihre leckeren und wertvollen Dinge und damit auch die Weihnachtsfreude mit uns, das ist so schön!“ Und Efim fügt an: „Wir bedanken uns von ganzem Herzen und umarmen alle, die diese Geschenke gesammelt, so schön eingepackt und uns hierher gebracht haben. Möge Gott sie segnen, so dass sie nie im Leben Armut, Not und Leid erleben.“

 

Weihnachten in der Roma-Siedlung

Die Zufahrt zur Roma-Siedlung ist ein einziger grosser Morast. Umso mehr freut sich der kleine Maxim, der nach kurzem Klopfen das Tor öffnet, über den Besuch. Auch seine Schwestern Valeria und Ljuba kommen neugierig näher. Strahlend nehmen sie die kostbaren Weihnachtspäckli in Empfang – so etwas haben sie noch nie erlebt! Valeria singt vor lauter Freude dem Päckli-Team ein Lied vor; Zuversicht und Fröhlichkeit erfüllen den Raum.

Der Vater der Kinder ist verstorben. Das Leben ist schwierig für die alleinstehende Mutter und ihre Kinder. Als Roma-Familie in Moldawien erleben sie selten solche Lichtblicke wie jetzt, wo sie glücklich ihre Weihnachtspäckli an sich drücken. Am Abend waten sie, schön herausgeputzt, durch den Morast zum Weihnachtsgottesdienst. Gemeinsam feiern sie, dass Jesus Christus für alle Menschen auf die Welt gekommen ist und sie bedingungslos liebt.

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Aktionsflyer Kerzers1.34 MB